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Gedanken und Beiträge rund um Schießsport und verwandte Themen.
In fünf Schritten zur eigenen WBK: Dein Fahrplan als Sportschütze in der Region Stuttgart
Blogbeitrag 23.06.2026
Wenn du mit dem Schießsport anfangen willst, stehst du am Anfang vor einem gefühlten Berg aus Fragen und Bürokratie. Schützenverein, Tresor, Bedürfnis, Sachkunde. Was macht man eigentlich und vor allem wie und wann?
Als Ausbilder und Lehrgangsträger erlebe ich es in meinen Kursen regelmäßig, dass Anfänger durch diese Fragen mit der Stirn runzeln oder Fragezeichen in den Augen haben. Manche kaufen einen Tresor, bevor sie ein Gewehr in der Hand hatten, andere trainieren anderthalb Jahre und vergessen, das Schießbuch konsequent zur führen. Das alles kommt tatsächlich vor.
Damit dir das nicht passiert, bringen wir hier eine saubere Struktur rein. Dein exakter Fahrplan zur eigenen Waffenbesitzkarte (abgekürzt WBK), kurz und unkompliziert.
Schritt 1: Rein in den Verein (und einen Verband)
Ohne eine Mitgliedschaft in einem Schützenverein läuft in Deutschland in Sachen Sportschießen nichts. Such dir einen Verein in deiner Nähe, der die Waffen und Disziplinen schießt, auf die du Lust hast. Das Spektrum an Waffen und Disziplinen ist groß. Sobald du Mitglied im Verein deiner Wahl bist, meldet dich der Vereinsvorstand auch beim Schützenverband an, dem der Verein angehört. Das ist wichtig und dass diese Anmeldung erfolgt ist, kannst du feststellen, sobald du einen entsprechenden Mitgliedsausweis bekommst. Dann brauchst du nur noch ein Schießbuch und schon kann es losgehen mit dem Training.
Schritt 2: Ein Jahr lang regelmäßig trainieren (12 bzw. 18 mal)
Das Waffengesetz verlangt von dir den Nachweis eines „Bedürfnisses“. Das Bedürfnis des Sportschützen ist sportliches Schießen. Hört sich trivial an, ist es eigentlich auch. Konkret bedeutet das: Du musst ein Jahr lang den Schießsport regelmäßig betreiben. Die Regel dafür lautet: Entweder 12 mal im Jahr, wenn du jeden Monat mindestens einmal schießt, oder insgesamt 18 mal, wenn unregelmäßig über das Jahr verteilt. Das bedeutet also, wenn du einen Monat ausgelassen hast, dann bist du bei der 18-mal-Regel. Aber unter uns: Das Jahr hat 52 Wochen, 18 mal bedeutet rechnerisch etwa alle drei Wochen Trainingsschießen. Das sollte kein Problem darstellen, wenn man das Hobby gerne betreibt. Und deine Trainingseinheiten dokumentierst gewissenhaft in deinem Schießbuch.
Schritt 3: Die Waffensachkundeprüfung ablegen
Irgendwann zwischen Eintritt in den Verein und deinem ersten Trainingsjahr solltest du das Thema Waffensachkunde angehen. Ab und zu kommt es auch vor, dass ein Verein den Waffensachkundenachweis vor einem Eintritt sehen möchte, aber das ist eher selten. Die Waffensachkunde ist dein Nachweis, dass über die theoretischen und praktischen Grundlagen gemäß Waffengesetz verfügst. Und hier kommt mein Werbeblock in eigener Sache: In Sachen Waffensachkunde bist du bei mir goldrichtig. In meinen Lehrgängen in Nufringen (verkehrsgünstig an der Autobahn gelegen, nahe Herrenberg, Landkreis Böblingen, Region Stuttgart) bereite ich dich in kleinen Gruppen von maximal 10 Teilnehmern vor. Entspannt, auf Augenhöhe, mit Skript als PDF und gutem Kaffee. Wenn du das Zertifikat in der Tasche hast, dann ist der größte theoretische Brocken erledigt.
Schritt 4: Den richtigen Tresor kaufen
Bevor du deinen Antrag inklusive aller Anlagen beim Amt abgibst, musst du du dir auch einen Tresor kaufen, in dem deine Waffen sicher aufbewahrst. Du brauchst einen Waffenschrank der Widerstandsstufe 0 oder 1. Kauf dir diesen Schrank rechtzeitig. Dein Kaufbeleg und Fotos davon, inklusive dem innen angebrachten Typenschild, dienen dir als Nachweis gegenüber deiner Waffenbehörde. Der Kauf muss in der Regel vor Beantragung deiner waffenrechtlichen Erlaubnis erfolgen. Ohne den vorherigen Nachweis der sicheren Aufbewahrung händigt dir keine Behörde eine WBK aus.
Schritt 5: Bedürfnisbescheinigung beantragen und ab zum Amt
Dein Jahr ist rum, dein Schießbuch ist voller Einträge und Stempel, dein Sachkunde-Zertifikat liegt vor dir und der Tresor steht im Keller? Super! Jetzt gehst du zu deinem Vereinsvorstand und beantragst die Bedürfnisbescheinigung. Dein Vorstand wird dir beim Ausfüllen der Formulare helfen und sendet diese dann an die Landesgeschäftsstelle eures Verbandes. Sobald der Verband den Antrag bearbeitet hat, gehst du mit dieser Sammlung an Papieren und Formularen zu deiner Waffenbehörde. Wohnst du in einer Stadt, dann ist das meistens die Stadtverwaltung. Wenn du in einem Dorf wohnst, dann bist du in der Regel beim Landratsamt richtig. Und dann musst du nur noch etwas warten. Denn das kann schon ein paar Wochen dauern.
Fazit: Ja, das deutsche Waffenrecht ist nicht ganz einfach. Aber wenn man die Abläufe einmal verstanden hat, dann ist der Weg absolut machbar. Und wenn du den Haken an den Punkt Waffensachkunde setzen möchtest, dann schau hier nach meinen nächsten Lehrgangsterminen oder sende mir eine kurze Nachricht.
Wir sehen uns auf dem Schießstand!
Marcus v/o WaffAusb.de
